Bildung

#mitgedacht

Bildung #mitgedacht – Worum es geht

Am 19. September 2022 hat die Ständige Wissenschaftliche Kommission (SWK) der Kultusministerkonferenz (KMK) ein Gutachten zur Digitalisierung im Bildungssystem: Handlungsempfehlungen von der Kita bis zur Hochschule herausgegeben. Das Gutachten bestätigt abermals die Notwendigkeit von tiefgreifenden Veränderungen des Bildungssystems.

“Die SWK ist davon überzeugt, dass das Bildungssystem der Bundesrepublik Deutschland so rasch wie möglich in die Lage versetzt werden muss, aktiv die Anforderungen einer digitalisierten Welt zu bewältigen und ihre Möglichkeiten zu nutzen.“ (SWK 2022, S. 11)

Manchmal ist es sinnvoll, einen Schritt zurückzutreten, um sich das große Bild anzusehen, aber auch, um die Historie nicht aus dem Blick zu verlieren. Bezogen auf die Frage von Bildung in der digitalen Welt war die bildungspolitische und wissenschaftliche Diskussion schon weiter anstatt Technologie auf Hilfsmittel und Werkzeuge zu reduzieren. Technologie bleibt im SWK Papier leider ein Add-On der Bildung, ein Siegel zum digitalisierten Unterricht. Forderungen und Empfehlungen zum instrumentellen Einsatz von digitalen Technologien bei der Gestaltung von Lehr- und Lernsettings sind allerdings keine ausreichende Antwort für Bildung im Horizont der Digitalität. Es bedarf nicht nur technischer Ausstattung, sondern grundlegender Veränderungen im Lehren, Lernen und Prüfen. Ohne entsprechende Bildungsstrukturen wird auch das Fach Informatik gesellschaftliche Herausforderungen nicht lösen können.

Bildung im Horizont der Digitalität ist immer auch Medienbildung. Es verschmelzen analoge und digitale Kontexte. Dementsprechend verändern sich auch die Bedingungen, unter denen wir von der Kita bis zur Hochschule lernen. Wir alle lernen uns in einer sich wandelnden Welt zu orientieren und stehen dabei vor stets neuen Herausforderungen, wie nicht zuletzt die Pandemie gezeigt hat. Doch schon länger ist klar, dass die Gesellschaft einen grundlegenden kulturellen Wandel durchläuft. Dieser Wandel verändert auch unser Bildungssystem.

Wir sind überzeugt davon, dass Veränderungen in der Bildung nur gemeinsam erfolgen können.

Deshalb unser Aufruf: Bildung #mitgedacht. Jetzt.

Mit der Initiative wollen wir einerseits zum Mitdenken einladen und andererseits auch entgegen der klassischen Bewegungen und Positionspapiere einen partizipativen Raum eröffnen, der zum medialen Diskurs und Austausch einlädt. Wir ermutigen alle Stakeholder, sich konstruktiv an der Debatte über die Zukunft der Bildung zu beteiligen.

  • Wir plädieren für eine Öffnung des Bildungsdiskurses und die Anerkennung von Pluralität in Forschung und Bildungspraxis. In den letzten Jahren hat sich gezeigt, dass viele pädagogische Fachkräfte, Lehrkräfte und Forscher:innen bereits mitgedacht und innovative Lösungen umgesetzt haben.
  • Erziehungswissenschaft muss für die Bildung der Zukunft grundlegend und über alle Bereiche mitgedacht werden. Eine Fokussierung auf lernpsychologische und didaktische Aspekte genügt nicht. Das heißt auch, dass außerschulische Lernsettings und digitale Medienkulturen nicht losgelöst von schulischer Bildung zu denken sind.
  • In der Konsequenz müssen personelle Ressourcen von der Bildungspolitik nicht nur mitgedacht, sondern auch zielführend bereitgestellt werden. Die nötigen Maßnahmen für eine zukunftsfähige Gestaltung von Bildung stehen dem Fachkräftemangel in der frühen Bildung, dem Lehrkräftemangel in der Schule und dem aktuellen Hochschulsystem, mit seinen prekären Beschäftigungsverhältnissen im Mittelbau, wie es durch #ichbinhannah deutlich wurde, diametral gegenüber.

Bildung #mitgedacht. Hier.

Bildung #mitgedacht

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Wir haben auch ein Media Kit angelegt. Die Grafiken kannst Du nutzen, um Deine Gedanken auf verschiedenen Kanälen visuell zu unterlegen.

25 Jahre Bildung

Eine Zeitreise

 

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19. September 2022

Das Gutachten umfasst die Bereiche von der frühen Bildung über Schule bis zur Hochschulbildung. Begleitend zur Veröffentlichung des Gutachtens lädt die SWK im Herbst 2022 zu einer Online-Veranstaltungsreihe ein. Das Gutachten lenkt die öffentliche Debatte auf die bereits lang diskutierte Frage nach dem Pflichtfach Informatik. Veränderungen in Bezug auf Lehren, Lernen und Prüfen bleiben unberücksichtigt.

Die Kommission Grundschulforschung und Pädagogik der Primarstufe der DGfE hat ein Positionspapier zur Primarstufenbildung und digitalen Transformation veröffentlicht, in dem neue Möglichkeiten der Digitalität für Kooperation und Kommunikation, veränderte Rollenverständnisse, neue Prüfungs- und Leistungskulturen, Chancen der Medienrezeption und -produktion und die Gestaltung individualisierter und inklusiver Lernarrangements thematisiert werden.

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09. Dezember 2021

„Lehren und Lernen in der digitalen Welt“ Ergänzende Empfehlung zur Strategie der KMK „Bildung in der digitalen Welt“

Die Empfehlung sieht unter anderem vor, dass neben veränderten Lehr- und Lernprozessen in zukünftigen schriftlichen und mündlichen Prüfungsformaten neben den fachlichen Kompetenzen verstärkt Kreativität, Kollaboration, kritisches Denken und Kommunikation mit einzubeziehen sind.

Wissenschaftler:innen u.a. der Medienpädagogik, der kulturellen und politischen Bildung sowie Bildungsinformatik fordern in einem Positionspapier dazu die Berücksichtigung der tatsächlichen Vielfalt an Forschungsbefunden zur Digitalisierung in der Bildung.

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08. Dezember 2016

Bildung in der digitalen Welt Strategie der Kultusministerkonferenz

Das Strategiepapier fokussiert mit Hilfe eines fächerübergreifenden Kompetenzrahmens auf die Formulierung von Kompetenzen im Umgang mit digitalen Medien. Diese werden nach wie vor als Add-on zum tradierten Unterricht verstanden. 

Auf die Bedeutung informatischer Bildung als eine entscheidende Grundlage digitaler Bildung wird verwiesen.

Die Gesellschaft für Informatik fordert in ihrer Stellungnahme mit Bezug auf die Dagstuhl-Erklärung, dass sich in gesellschaftlich-kultureller Perspektive jedes Fach mit der Frage befassen sollte, wie sich die jeweilige Disziplin unter dem Einfluss digitaler Technologien ändert.

Das 2019 veröffentlichte Frankfurt-Dreieck greift die Forderungen auf und nimmt zudem außerschulische Bildungskontexte in den Blick.

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8. März 2012

Medienbildung in der Schule Beschluss der Kultusministerkonferenz

Medienbildung wird als integraler Bestandteil von Allgemeinbildung sowohl in schulischen als auch außerschulischen Kontexten gefasst.

2011 wird die Initiative »Keine Bildung ohne Medien!« gegründet. Sie geht auf das Medienpädagogische Manifest zurück.

Im März 2009 erscheint ein Bericht einer Expert:innenkommission des BMBF in dem die Förderung von Medienbildung als ein integraler Bestandteil von Allgemeinbildung sowohl in schulischen als auch außerschulischen Kontexten gefasst wird. 

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17./18. Oktober 2002

PISA 2000 – Zentrale Handlungsfelder Beschluss der Kultusministerkonferenz

Im Jahr 2000 werden erstmals die Kompetenzen von 15-jährigen Schüler:innen erhoben und international verglichen. Im Zentrum stehen u.a. Fragen danach, ob und wie Schulen auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten und inwiefern Jugendliche über die notwendigen Voraussetzungen zu lebenslangem Lernen verfügen.

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28. Februar 1997

Neue Medien und Telekommunikation im Bildungswesen
Beschluss der Kultusministerkonferenz

Laut Beschluss ist das Bildungssystem herausgefordert, frühzeitig auf die Veränderungen einzugehen, die Neue Medien als Hilfsmittel zur Gestaltung von Lehr-Lernsettings sehen.

Zukünftiges Leben in einer von Medien dominierten Welt sei verantwortlich, selbstbestimmt und selbstbewußt nur mit differenzierten Kenntnissen der grundlegenden Sachverhalte möglich.

2022. 25 Jahre später – und nun?

Es gibt inzwischen viele Positionspapiere, Stellungnahmen und Ideen darüber, wie Lehr- und Lernprozesse zu gestalten sind, aus denen Bildung hervorgeht. In der Kultur der Digitalität sollten Entscheidungen jedoch nicht von einigen wenigen Menschen getroffen werden. Viele Menschen denken und gestalten Bildung bereits aktiv mit. Diese Pluralität muss sich im bildungspolitischen Diskurs abbilden.

Bildung heißt Veränderung. Bildung braucht Veränderung.

Dies geschieht nicht durch die Reproduktion und Zementierung bestehender Strukturen, sondern durch ein radikales Umdenken und das Verständnis darüber, dass digitale Medien und digitale Infrastrukturen Lernen und Lehren in grundlegender Weise beeinflussen. Bildungsinstitutionen und Bildungspolitik müssen diesem Umstand endlich Rechnung tragen. Jetzt.

Bei den SWK Talks #mitgedacht

Im Zuge der Veröffentlichung des Gutachtens durch die SWK wurde auch zu Gesprächen eingeladen, die im Rahmen von SWK Talks regelmäßig im Herbst 2022 stattfinden werden. In jeder Folge diskutieren Mitglieder der SWK mit Vertreter:innen aus Politik und Praxis. 

In die SWK Talks auf spotify reingehört

Die SWK Talks auf YouTube schauen

Über die Initiative und diese Seite

Die Initiative wurde am 22. September 2022 durch Uta Hauck-Thum, Janne Stricker und Dan Verständig begründet. Diese Seite soll die Grundlage für einen offenen Austausch bieten und dient der medialen Dokumentation der SWK Talks. Anders als Positionspapiere und Stellungnahmen von einschlägigen Institutionen sollen hier in erster Linie individuelle Standpunkte von Expertinnen und Experten der Erziehungswissenschaft sowie der Bildungspraxis versammelt werden.